Botschaft des Friedens und der Versöhnung weitergeben

Pfarrer Michael Lerche verlässt St. Kosmas und Damian in Bilshausen

Bilshausen (kpg). Pfarrer Michael Lerche schaut „auf eine besondere Zeit“ zurück: nach knapp acht Jahren verlässt er seine bisherige Gemeinde St. Kosmas und Damian in Bilshausen und tritt im Oktober die Pfarrstelle Maria vom Hl. Rosenkranz in Bad Nenndorf an.

 

 

 

 

„Wir haben viel bewegt und bewirkt“, ist sich Lerche sicher. Sehr schwierig sei in den vergangenen Jahren die Gemeindefusion gewesen. Es sei aber gelungen, die Gremien „neu aufzustellen und das Gemeinsame in den Blick zu nehmen“. Wichtig sei ihm gewesen, dass die Pfarrei Angebote für alle Generationen macht, für Kinder und Jugendliche genauso, wie für Familien und Senioren. Geholfen habe dabei, dass alle Gremienmitglieder an einem Glaubenskurs der Cursillo-Bewegung teilgenommen hätten. „Es kommt ja darauf an, den Glauben weiterzugeben, dafür ist Cursillo ein gutes Werkzeug“, erklärt der Pfarrer. In den Glaubenskursen geht es um die Begegnung mit sich selbst, mit Christus und der Gemeindschaft der Christen.

„Cursillo hat unsere Gemeinschaft gestärkt, das wollen wir auch beibehalten“, sagt Claudia Rohland vom Pfarrgemeinderat. Sie hebt zum Abschied die Kompromissbereitschaft des Pfarrers hervor: „Er ist immer bemüht einen Mittelweg zu finden. Während der Fusion konnten alle ihre eigenen Vorstellungen einbringen.“

Ursprünglich wollte Michael Lerche Musik studieren und absolvierte seinen Wehrdienst als Klarinettist in einem Musikcorps der Bundeswehr. Doch anschließend begann er anstelle einer Karriere als Berufsmusiker ein Theologiestudium in Münster. „Ich fühlte mich angezogen von der Botschaft des Friedens und der Versöhnung, auch als alternative Lebensform“, begründet er seine Entscheidung. 1992 wurde er in Hildesheim im Priesterseminar aufgenommen und 1994 zum Priester geweiht. Nach Stationen in Buchholz in der Nordheide, in Hildesheim und Braunschweig ging Lerche in die Militärseelsorge und wurde Standortpfarrer in Bückeburg. Von dort wechselt er 2007 nach Bilshausen.

Von der Musik lässt Lerche aber auch als Pfarrer nicht. „Zur Freude anderer" spielt er noch heute Klarinette, regelmäßig bei Adventskonzerten und Seniorennachmittagen im Advent. Außerdem begleitet er Taize-Gottesdienste auf seiner Altklarinette.

Aus dem Eichsfeld nimmt Lerche Ideen für einen Pilgertag mit. „Bei den Wallfahrten spüre ich, dass die Menschen angerührt werden und Kraft für ihren Alltag bekommen“, schildert er seine Erlebnisse. Ein Pilgertag werde andernorts durch die Gruppenerfahrung attraktiv. „Es ist ganz wichtig, sich gegenseitig zu bestärken.“

Um seine Versetzung in die Nähe von Hannover hatte Pfarrer Lerche selbst gebeten. „Ich möchte näher bei meinen Eltern sein, die meine Hilfe brauchen“, sagt er. Viele Menschen hätten ihm Verständnis signalisiert, „dafür bin ich dankbar.“

Die Gemeinde verabschiedet Pfarrer Lerche am Samstag, 26. September, mit einem festlichen Gottesdienst um 18 Uhr in St. Kosmas und Damian und einem anschließenden Empfang im Pfarrheim.