Verantwortliche der Südregion treffen sich in Friedland
Einen gemeinsamen Dies Communis haben die Dekanate Göttingen, Untereichsfeld und Nörten-Osterode in Friedland verbracht. Während des Treffens stand die Geschichte des Grenzdurchgangslagers Friedland im Mittelpunkt.
Bereits beim gemeinsamen Beginn in der St. Norbert-Kirche wurde beim vom Monika Effertz, Dekanatsreferentin im Dekanat Nörten-Osterode, gestalteten Impuls das Thema Flucht thematisiert. Das Grenzdurchgangslager Friedland wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs errichtet und am 20. September 1945 in Betrieb genommen. Zunächst wurden hier vertriebene Deutsche aus den ehemals deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland untergebracht. Heute ist das Grenzdurchgangslager eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Niedersachsen.
Eine feste Institution im Grenzdurchgangslager ist die Caritas. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Dies Communis erhielten einen Einblick in die Arbeit der Caritas in Friedland. So bietet die Caritas, die sechs hauptamtliche und etwa 15 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat, verschiedene Beratungsangebote an. Beispielsweise zu rechtlichen Themen. Derzeit würden rund 500 Frauen und Männer im Grenzdurchgangslager Friedland leben.
Die Geschichte des Grenzdurchgangslagers wird seit 2016 auch im Museum Friedland erzählt. Das Museum ist im ehemaligen Bahnhofsgebäude untergebracht. Während einer Führung bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des gemeinsamen Dies Communis einen Einblick in die Geschichte des Grenzdurchgangslagers. Die beiden Museumsführer Victoria Jung und Konrad Brinkmann waren mit den Gruppen auch im Grenzdurchgangslager selbst unterwegs. Hier wurde ihnen unter anderem eine Nissenhütte gezeigt, in der die Menschen früher während ihres Aufenthaltes in Friedland untergebracht waren. Auf dem Weg vom Lager ins Museum kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch am sogenannten Erweiterungsbau des Museums vorbei, der im kommenden Jahr eröffnet werden soll. In diesem soll dann die aktuelle Geschichte des Lagers sowie die Migrationssituation ab 2011 dargestellt werden. Im Museum selbst zeigten die beiden Museumsführer dann Teile der Dauerausstellung. In der Ausstellung kommen auch immer wieder Zeitzeugen zu Wort, die über Friedland nach Deutschland gekommen sind. Unter anderem wurde den Teilnehmer auch gezeigt, wie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Suchkarten des Roten Kreuzes aussahen, mit denen Menschen nach vermissten Angehörigen suchen konnten.
Während des gemeinsamen Dies Communis hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch die Gelegenheit, einander besser kennenzulernen. Zudem nutzen Andreas Pape, Dechant des Dekanats Nörten-Osterode und der Göttinger Dechant Wigbert Schwarze die Runde, um zwei ausscheidende Mitarbeiter zu verabschieden. So geht Joachim Hoffkecht, Seelsorger im Maßregelvollzug Moringen, Ende des Monats in den Ruhestand. Und Pastoralassistent Nils Hoffmann verlässt Göttingen in Richtung Braunschweig. Beiden wurden für ihren langjährigen Einsatz in den Dekanaten gedankt.
Vera Wölk, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit




