Große Wallfahrt in Germershausen zum Thema Frieden

Die Große Wallfahrt in Germershausen war auch in diesem Jahr wieder ein Anziehungspunkt für zahlreiche Gläubige, nicht nur aus dem Eichsfeld. Da Bischof Heiner Wilmer nach seinem Amtsantritt als Bischof von Münster seine Teilnahme an der Wallfahrt abgesagt hat, übernahm Propst Thomas Berkefeld die Aufgabe als Hauptzelebrant.

Vor Beginn des Wallfahrtsamtes begrüßte Propst Berkefeld die Teilnehmer bereits herzlich am Wallfahrtsort „Maria in der Wiese“. Er berichtete ihnen, dass die Kollekte der Wallfahrt diesmal nicht für den Erhalt des Wallfahrtsortes eingesetzt werden soll. „Aufgrund der aktuellen Ereignisse und der erschreckenden Bilder nach dem Erdbeben in Venezuela wollen wir die Kollekte kurzfristig umwidmen“, sagte Propst Thomas Berkefeld. Die diesjährige Kollekte soll daher der Erdbebenhilfe von Caritas International zugutekommen. Die musikalische Gestaltung der Wallfahrt übernahm in diesem Jahr der Propstei-Chor unter der Leitung des neuen Regionalkantors Felix Günther. Für Kinder wurde ein extra Kindergottesdienst, der gut angenommen wurde, angeboten.

Zu Beginn des Wallfahrtsamtes blickte der Propst auf die mittlerweile 348 Jahre alte Tradition der Wallfahrten in Germershausen zurück. „Schön, dass wir auch heute wieder in Gemeinschaft hier zusammengekommen sind“, sagte er. Während der Wallfahrt solle zusammen für die Krisenregionen der Welt und für den Frieden gebetet werden. In seiner Predigt ging Propst Thomas Berkefeld auf das diesjährige Wallfahrtsmotto „Friede auf Erden“ ein. Das Motto sei der Weihnachtsgeschichte entnommen, wo die Engel nach der Verkündigung der Geburt Jesu „Friede auf Erden“ wünschen. „Frieden wird nicht durch Parolen erreicht“, wandte sich Berkefeld an die Gläubigen. So könnte Jesus mit mächtiger Hand regieren, doch dies tue er nicht. „Der Weg Jesus ist ein Weg, der von jedem ganz persönlich nachgegangen werden muss“, so Berkefeld. Der Friede folge dabei der Logik des Herzens. Der Weg, den Jesus geht, sieht wie ein Scheitern aus. Doch Jesus dulde und erdulde und stecke seine ganze Kraft in seinen Weg. Er betone dabei, dass die Menschen nicht denken sollten, dass sie wüssten, wie Frieden funktioniert. Vielmehr sollten sie sich fragen, was sie von Jesus lernen können. „Jesus ruft nicht zum Griff nach dem Schwert auf, sondern er ruft zur Nächstenliebe und dazu, seinen Feind zu lieben, auf.“ Der Weg, den Jesus gewählt hat, hat die Auferstehung heraufbeschworen, erinnerte Berkefeld die Gläubigen. Der Friede auf Erden werde ausgehen von den Menschen guten Willens.

Propst Thomas Berkefeld dankte allen, die zum Gelingen der Wallfahrt beigetragen haben. Im Anschluss an das Wallfahrtsamt gab es bei einem Mittagessen die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Für die musikalische Begleitung des Essens sorgten die Duderstädter Blasmusikanten. Für Kinder gab es ein Bastelangebot in der ehemaligen Familienbildungsstätte.

Vera Wölk, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit