Fahrzeugsegnung mit Segen von oben
Rund 200 Fahrerinnen und Fahrer sind am Sonntag trotz Regenwetters auf den Höherberg bei Wollbrandshausen gekommen, um ihre Fahrzeuge segnen zu lassen. Statt wie geplant am Freialtar wurde der Gottesdienst hierzu in der Wallfahrtskapelle zu Ehren der 14 Heiligen Nothelfer gefeiert.
Die traditionelle Fahrzeugsegnung auf dem Höherberg findet jedes Jahr rund um den Gedenktag (24. Juli) des Heiligen Christophorus statt. Die Gläubigen, die mit ihren Fahrzeugen auf den Höherberg gefahren waren, hatten wetterfeste Kleidung dabei, sodass sie auch einen Gottesdienst am Freialtar weitgehend trocken überstanden hätten. Und da nicht alle Gläubigen in die Kirche passten, verfolgten zahlreiche Menschen den Gottesdienst von draußen. „Schade, dass es ausgerechnet heute so regnen muss“, waren Worte, die immer wieder zu hören waren. Ebenso wie die Frage, oder Gottesdienst draußen oder drin stattfinde. „Der Herr will von oben segnen. Er ist der Chef, dann lassen wir es segnen“, wandte sich Pfarrer Kaminski in seiner Begrüßung an die Gläubigen. Zudem erinnerte er daran, dass Christophorus als Schutzpatron der Reisenden gilt. „Wir dürfen auf die Fürsprache des Heiligen vertrauen“, sagte Kaminski.
In seiner Predigt zeigte Pfarrer Kaminski auf, dass in der Bibel von vielen Menschen, die unterwegs sind, berichtet wird. So etwa Josef und Maria, das Volk Israel und nicht zuletzt Jesus, der sich mit seinen Jüngern auf ständiger Wanderschaft befunden hat. „Unterwegssein gehört zum Christsein dazu“, so Kaminski. Denn wer als Bote Christi gelten wolle, der müsse zu den Menschen gehen. „Auf unseren Wegen sind wir Gefahren ausgesetzt und es gibt keine Garantie dafür, dass wir sicher ankommen“, sagte Matthias Kaminski zu den Gläubigen. Doch mit Jesus Christus hätten die Gläubigen einen Weggefährten an ihrer Seite, der da sei und ihre Herzen zum Brennen bringe. „Christus trägt unser Leben, auch in aufgewühlten Zeiten. Wir dürfen daran glauben, dass wir nicht allein, sondern getragen sind“, sagte der Pfarrer. Und auch daran, dass auch eine Belastung oder ein Scheitern zu einem Segen werden kann.
Für die jüngeren Besucher wurde auf dem Höherberg ein Kindergottesdienst angeboten. In diesem erarbeiteten die Mädchen und Jungen die Geschichte des Heiligen Christophorus, die sie dann vorm Vater Unser den Gläubigen in der Wallfahrtskapelle präsentierten. Zudem segnete Pfarrer Matthias Kaminski, die von ihnen mitgebrachten Fahrzeuge wie Fahrräder und Laufräder und auch Spielzeugtrecker erhielten den Segen. Nach Ende des Gottesdienstes begaben sich Pfarrer Kaminski und Diakon Michael Preiß sich zu den Parkplätzen, um die abfahrenden Autos zu segnen. Hierbei gab es keinen Regen von oben, sodass die Segnungen mit guter Laune und guten Wünsche für die Gläubigen erfolgten.
Vera Wölk, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit





