600 Gläubige bei Prozession zu Fronleichnam in Duderstadt

Rund 600 Gläubige haben in Duderstadt am Donnerstagmorgen an der Heiligen Messe und der anschließenden Prozession zu Fronleichnam teilgenommen. Die Altäre während der Prozession wurden von Familien geschmückt. Die inhaltliche Gestaltung übernahmen Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen.

Propst Thomas Berkefeld erinnerte zu Beginn der Messe daran, dass das Wort Gottes Kraft habe. „Sein Wort hat die Kraft, Menschen zu sättigen und dem Leben einen Sinn und eine Richtung zu geben“, sagte er. In seiner Predigt ging er auf die Speisung der 5000 ein und stellte dabei die Frage, was mit den zwölf Körben, die übrig bleiben, passierte: „Vielleicht hat jeder ein bisschen Proviant oder ein Souvenir mitgenommen?“ Des Weiteren beschäftigte er sich damit, warum beim letzten Abendmahl nicht mehr 5000, sondern nur noch zwölf dabei waren, als Jesus das Brot brach. „Da ist mehr drin. Mehr als nur etwas für den Bauch. Da ist auch was für die Seele drin.“ Ihnen habe Jesus an diesem Abend sein Sterben, angekündigt.

Mit der Prozession werde an die Bedeutung der Eucharistie als Erinnerung an das Dasein Gottes erinnert, nicht als kurzfristiges Spektakel. „Es ist kein Triumphmarsch, den wir machen.“ Der Zug zeige vielmehr, dass jede und jeder eines Tages sterben werde, die Katholiken aber glaubten, dass durch das Abendmahl der Tod besiegt sei. „Was uns nährt ist, dass wir keine Angst haben müssen vor dem Sterben.“

Im Anschluss an die Messe begann die Prozession durch die Stadt. Über die Marktstraße zogen die Gläubigen, vorbei an zahlreichen Zuschauerinnern und Zuschauern Richtung Westertor. Teil der Prozession waren auch in diesem Jahr unter anderem Mitglieder der Schützengesellschaft, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt, wie beispielsweise Bürgermeister Thorsten Feike, Kommunionkinder sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Schulen teil. Das Duderstädter Blasorchester sorgte für die musikalische Begleitung der Prozession.

Am ersten Altar zwischen Westertorstraße und Pferdeteich übernahmen Mädchen und Jungen der Elisabeth-Schule und der St. Raphael-Tagesstätte die inhaltliche Gestaltung zum Thema „Warum feiern wir Fronleichnam“. Hierbei erzählten sie die Geschichte zweier Freunde, deren gemeinsamer Weg durch den Wegzug des einen endet. Doch der Freund, der wegzieht, gibt dem anderen das Versprechen, dass sie sich wieder sehen werden. „Auch Jesus wird irgendwann zu seinen Freunden zurückkehren“, sagten die Mädchen und Jungen. Bis es so weit sei, sei er im Brot bei den Gläubigen.

Der zweite Altar war auf dem Parkplatz des Inklusiven Campus aufgebaut. Hier stand das Jahresthema der Caritas, „Da kann ja jeder kommen“, im Mittelpunkt. Die hatten Verantwortlichen einen Blütenteppich vor dem Altar ausgelegt.  Die Mitwirkenden brachten hier ihre Gedanken zum Thema zum Ausdruck, dass jeder so kommen kann, wie er ist. Zudem wurden die Fürbitten hier nicht nur auf Deutsch, sondern auch in anderen Sprachen gehalten. Der Mit-Mach-Chor des Inklusiven Campus stellte den Teilnehmern der Prozession zudem den Campus-Song vor.

An der Mariensäule auf dem Marktplatz gab es den dritten Altar. Die inhaltliche Vorbereitung hatten Schülerinnen und Schüler der Janusz-Korczak-Schule zum Thema „Hoffnung“ übernommen. Sie beschäftigten sich unter anderem damit, dass es oftmals nicht notwendig sei, die Sprache des Gegenübers zu verstehen. Denn eine Verständigung sei auch durch Blicke und Gesten möglich. Außerdem sei Gott immer in der Mitte der Gläubigen und halte sie so zusammen.

Im Anschluss an den vierten Altar in der Kirche hatten die Gläubigen die Gelegenheit, bei Suppe und Getränken ins Gespräch zu kommen. Dies hatte der Kirchengemeinderat vorbereitet. Hierfür gilt den Beteiligten ein großer Dank. Ebenso geht ein großes Dankeschön an alle, die die Prozession mitgestaltet haben.

Vera Wölk, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit