Bistum Hildesheim: Weiterhin Anmeldungen an der IGS „St. Ursula Schule“ in Duderstadt möglich.

Oliver Brunotte von der Elterninitiative für die IGS Duderstadt freut sich: „Nach dem vielen Hin und Her, das in der Presse zuletzt zu lesen war, gibt uns diese Nachricht viel Hoffnung. Wir dürfen unsere Kinder jetzt anmelden!“

Als das Bistum Hildesheim vor einem Monat die Abgabe der Trägerschaft der St. Ursula Schule bekannt gegeben hat, war die Enttäuschung im Untereichsfeld groß. Schnell bildete sich eine Elterninitiative zum Erhalt der IGS Duderstadt und im Internet wurde eine Petition gestartet. Eltern verteilten Kuchen in der Duderstädter Marktstraße und sammelten Unterschriften zur Rettung der IGS. Regionale Vertreter wurden zu einem „Runden Tisch“ eingeladen. Für „kirche-untereichsfeld.de“ haben Antje Stegemann, Oliver Brunotte, Ulrich van Almsick und Stephan Heddinga nun ein paar Fragen beantwortet.

Das Bistum hat in einer Mitteilung an den Landkreis Göttingen(*) bekanntgegeben, dass erst mit Ende des Schuljahres 2017/18 keine neuen Schüler mehr aufgenommen werden sollen? Was bedeutet das für die Zukunft der IGS Duderstadt?

Dieses eine Jahr mehr Zeit wird eine ganz entscheidende Rolle in den Verhandlungen mit dem Landkreis spielen. Denn in den vielen Gesprächen, die wir inzwischen mit Vertretern des Kreistags und des Schulausschusses geführt haben, wurde uns gesagt, dass viele Verantwortliche zwar unsere Forderung nach der „IGS DUDERSTADT als LANDKREISSCHULE“ generell unterstützen, dass der Landkreis dafür aber vor allem eins braucht: MEHR ZEIT. Eine Schule in wenigen Monaten zu übernehmen, ist halt nicht so einfach.

Wenn ich mein Kind jetzt anmelde, muss ich dann nicht befürchten, dass in einigen Jahren die Schule geschlossen wird und mein Kind vor Erreichen eines Abschlusses die Schule wechseln muss?

Nein. Wir sind zuversichtlich, dass die IGS erhalten bleibt. Außerdem hat das Bistum bereits mehrmals zugesagt, dass für den Fall, dass die Übernahme der Trägerschaft scheitert, die Schüler, die an der Schule angemeldet sind, auch bis zur zehnten Klasse geführt werden. Auch am Runden Tisch, zu dem die Elterninitiative IGS Duderstadt am Donnerstag, 16. März eingeladen hatte, betonte Propst Galluschke noch einmal, dass er überzeugt sei, dass das Bistum die Schule noch so lange tragen wird, bis alle Schüler, die die IGS besuchen, ihren Abschluss in Klasse 10 erreicht haben.

Das Bistum begründet die Abgabe der Trägerschaft mit mangelndem Interesse an der IGS Duderstadt. Woher kommt die Zuversicht, dass sich das mit dem Wechsel der Trägerschaft ändern wird.

Während in und direkt bei Göttingen vier integrierte Gesamtschulen den Wunsch vieler Eltern nach dieser Schulform sehr gut abdecken, ist auf dem Land und im Besonderen im östlichen Landkreis Göttingens keine einzige IGS zu finden. Dass aber ein großes Interesse daran besteht, zeigen die Ergebnisse der 2010 erfolgten Umfrage in Osterode und die bereits über 2600 Unterschriften der Petition, die die Initiative zum Erhalt der IGS bereits gesammelt hat.

Die IGS Duderstadt ist ein kleines Juwel, was sich jetzt erst allmählich rumspricht (und Hildesheim offenbar noch nicht erreicht hat). Hier haben die katholische Kirche und vor allen Dingen die Lehrer und Mitarbeiter der IGS etwas ganz tolles geschaffen. Viele Eltern sind jedoch durch “Privatschule”, “katholisch” und “Schulgeld” in der Vergangenheit abgeschreckt worden. All das kann wegfallen, wenn der Landkreis als Träger die Schule übernehme. Deutlich höhere Anmeldezahlen wären zu erwarten.

In Gieboldehausen und Bad Lauterberg gibt es doch auch Gesamtschulen, wozu dann noch die IGS in Duderstadt?

Dafür gibt es zwei wichtige Gründe: Zunächst einmal wird im Schulausschuss schon darüber diskutiert, die KGS in Lauterberg und Gieboldehausen zu begrenzen, da die räumlichen Ressourcen der Nachfrage nach einer Gesamtschule nicht mehr entsprechen könnten.

Außerdem ist eine IGS nicht einer KGS gleichzusetzen, auch wenn beides Gesamtschulen sind. Während bei einer KGS schon ab der fünften Klasse differenziert wird, d.h. die Schüler mit unterschiedlichen Leistungsniveaus in verschiedenen Klassen beschult werden, lernen die Schüler in der IGS viel länger gemeinsam, erst ab der 7. Klasse wird in einzelnen Fächern differenziert. Viele Eltern wollen ihr Kind nicht schon nach Klasse 4 in eine „Schublade“ stecken und sind daher vom Konzept der IGS begeistert, die möglichst langes gemeinsames Lernen fördert.

Antje Stegemann, Oliver Brunotte, Ulrich van Almsick und Stephan Heddinga, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg bei Euren Bemühungen für den Erhalt der IGS Duderstadt.

Das Interview führte Sven Faulhaber

 

(*)Drucksache 0072/2017 des Fachbereichs Bildung, Sport und Kultur des Landkreises, https://sessionnet.krz.de/kreis_goettingen/bi/getfile.asp?id=6238711&type=do&